Überlegungen vor dem Kauf einer Rassekatze

Als langjährige Züchter werden wir von Katzeninteressenten häufig mit folgenden Fragen konfrontiert, die wir an dieser Stelle gerne beantworten möchten.


Ich brauche keinen Stammbaum. Gibt es denn bei Ihnen auch Katzen ohne Stammbaum zu kaufen?

Nur der Stammbaum, ausgestellt von einem anerkannten Verein, garantiert Ihnen die Rassereinheit des Tieres und somit nicht nur einen ganz bestimmten "Look" der Katze, sondern auch die typischen Charaktereigenschaften Ihrer Maine Coon. Ziehen Sie es dennoch vor, Ihre Katze ohne Stammbaum zu erwerben, kaufen Sie in Wahrheit die sprichwörtliche "Katze im Sack". Niemand garantiert Ihnen, dass die Maine Coon, die Sie kaufen auch tatsächlich eine Maine Coon ist. Darüber hinaus sollte man sich schon die Frage stellen, warum jemand Katzen ohne Stammbaum verkauft, also ohne Vereinszugehörigkeit züchtet. Die Kosten des Stammbaumes (beim KKÖ: 25 Euro) und die Mitgliedsgebühr (KKÖ: 45 Euro pro Jahr) sind dafür sicherlich nicht ausschlaggebend. Also müssen es die strengen Auflagen eines seriösen Zuchtvereins sein, denen sich diese Vermehrer nicht unterwerfen wollen. Diese sind, um nur einige zu nennen:

 

  • Zuchttauglichkeitsprüfungen und Zuchtfreigabe der Elterntiere nach rassetypischen Gesichtspunkten (Schwarzzüchter züchten meist mit Tieren ohne Stammbaum oder mit Tieren, die wegen grober Mängel, wie einem Knickschwanz oder Gebissfehlstellungen keine Zuchtzulassung erhalten).
  • verpflichtend vorgeschriebener und jährlich durchzuführender Gesundheitscheck aller in der Zucht eingesetzten Katzen (ein Schwarzzüchter erspart sich diese wichtige Vorsorgemaßnahme, leider auf Kosten seiner Tiere).
  • verpflichtende Impfungen der Zuchtkatzen (siehe oben).
  • eingeschränkte Wurfzahlen einer Zuchtkätzin (ein Schwarzzüchter kann seine Katzen pausenlos hintereinander belegen und niemand wird ihn daran hindern).
  • Überprüfung der Verpaarungen durch den Verein (verhindert Inzucht und die Verpaarung ungeeigneter Tiere).
  • Meldung des Wurfes mit Geschlecht, Farbe und Namen der Babies an den Verein zwecks Eintrag ins Zuchtbuch (ein Schwarzzüchter kann theoretisch zu den Babies des eigenen Wurfes noch zwei oder drei arme Würmchen von einem Händler zukaufen und als selbst gezüchtet ausgeben. Sind Sie als Käufer imstande, ihm solche Machenschaften nachzuweisen?).
  • vorgeschriebenes Mindestalter der Katzenkinder bei der Abgabe (ein Schwarzzüchter gibt seine Katzenkinder dann ab, wenn sie beginnen, richtig Arbeit zu machen und ordentlich zu fressen, also um die achte Lebenswoche herum).
  • vorgeschriebener Impfstatus bei der Abgabe (die Vorimpfung allein hat zwar keine Wirkung, ist für den unseriösen Vermehrer aber natürlich viel billiger).

  • verpflichtender Gesundheitscheck der Katzenkinder vor der Abgabe.



Der Stammbaum ihres Rassekätzchens ist also nicht nur ein Abstammungsnachweis, den Sie brauchen, wenn Sie Ausstellungen besuchen oder selbst züchten wollen, sondern ein Qualitätsgütesiegel der Zucht, aus der ihr Kätzchen stammt. Er garantiert Ihnen die besten Aufzuchtbedingungen und die optimale medizinische Betreuung Ihres neuen Familienmitgliedes, unabdingbare Voraussetzungen für ein glückliches Zusammenleben vom ersten Tage an. Sollte ein Katzenkäufer bei uns absolut keinen Stammbaum wünschen, ist das für uns kein Problem. Wir heften die Ahnentafel ab und reduzieren den Kaufpreis um den Preis des Stammbaumes (25 Euro). Damit können wir natürlich nicht mit dem Kittenpreis eines Schwarzzüchters mithalten, denn unsere Aufzuchtbedingungen sind exakt die gleichen wie bei den Kätzchen mit Stammbaum.

 

Warum sind Rassekatzen so teuer?

Eine planmäßige, ordentliche Zucht ist ein verantwortungsvolles, zeitintensives sowie auch kostspieliges Hobby. Es ist wahrhaftig so, dass der erzielte Preis für ein gut aufgezogenes Jungtier noch nicht einmal annähernd die Kosten des Züchters deckt. Leider wachsen auch gute Zuchtkatzen nicht auf den Bäumen und so investieren wir nicht nur einen Großteil unserer Freizeit in die Betreuung unserer Nachzucht, sondern haben auch schon im Vorfeld keine Kosten und Mühen gescheut, um unsere hoffnungsvollen Katzen auszustellen (auf internationalen und nationalen Schauen), ihre Zuchttauglichkeit und ihre Gesundheit prüfen zu lassen und teilweise durch ganz Österreich zum optimalen Deckkater zu fahren. Das Wurflager, an dem unsere Züchterfamilie manchmal tage- und nächtelang wacht, ist nach den neuesten Erkenntnissen gestaltet und bei jeder Kleinigkeit wird der Tierarzt konsultiert. Jungtieraufzucht bedeutet Arbeit über Arbeit. Mindestens sechs Mahlzeiten am Tag sind für unsere Katzenkinderschar obligatorisch und der Geschirrspüler ist mit einer Unmenge an schmutzigen Tellerchen ganztägig aktiv. Nicht viel besser ergeht es der Waschmaschine, die täglich mit den Laken der Wurfkiste und mit den Decken, die die Katzenkörbchen polstern, bestückt wird. Stunden verbringen wir täglich damit, mit dem Toilettenschäufelchen bewaffnet, die Klos der Kleinen sauber zu halten, nach den Mahlzeiten die Böden zu wischen und das Trinkwasser der Wasserschüsseln, die so gerne auch zum Planschen Verwendung finden, vom Parkett zu entfernen. Dazwischen spielen wir noch "Fang die Maus" und dienen als lebendiger Kletterbaum, denn es gibt für ein Katzenkleinkind scheinbar nichts schöneres, als an den Hosenbeinen seiner Menschen herumzuturnen. Die Katzenkinder werden von uns natürlich täglich gebürstet, gewogen und, sollte die Gewichtszunahme nicht zufriedenstellend sein, mit dem Fläschchen zugefüttert. Darüber hinaus fallen bei der Katzenzucht auch noch viele weitere Arbeiten an, wodurch wir als zweibeinige Katzeneltern ganz ordentlich auf Trab gehalten werden: Futter- und Streueinkauf in riesigen Mengen, Entwurmungen, Tierarztbesuche, Stammbaumbeantragungen, Aufgabe von Zeitungsinseraten, Telefongespräche mit Kaufinteressenten, Besuche der Interessenten und vieles mehr. Aber nicht nur das Ausstellungswesen und der Alltag mit dem Zuchtkatzenbestand und den unternehmungslustigen Katzenkindern fordern ein gut gefülltes Portemonnaie, sondern auch züchterische Fehlschläge, vor denen kein Züchter sicher ist. Dazu gehören der Verlust einer Katze oder eines Jungtieres unter der Geburt, Fehlkäufe oder die Abgabe einer geliebten Katze, die für den Gesamtbestand aufgrund erhöhten Dominanzverhaltens notwendig wird.

 

Was macht aus unserer Sicht einen guten Züchter aus?

Ein seriöser Züchter hat das Herz für Mensch und Tier auf dem richtigen Fleck. Darüber hinaus verfügt er über das nötige Wissen, das für eine ordentliche Zucht unabdingbar ist (Fachwissen über Genetik, Verpaarung, Trächtigkeit, Geburtsvorbereitung und Geburt, Jungtieraufzucht, medizinische Prophylaxe, optimale Ernährung und artgerechte Haltung). Zudem versucht er seine Kenntnisse ständig zu erweitern, indem er Ausstellungen besucht, Gespräche mit anderen Züchtern führt, Fachliteratur liest und sich bemüht, immer auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher und medizinischen Erkenntnisse zu sein. Zudem ist er in der Lage, Stammbäume zu lesen, d.h. er kennt die Ahnen verschiedener Stammbäume, deren Vererbungsqualitäten und kann Rat darüber geben, welche Linien in der Verpaarung miteinander vermutlich Erfolg bringen könnten. Fest steht, dass etliche langjährige Züchter Katzen und Kater, die z.B. nur noch als Urgroßeltern in Stammbäumen vermerkt und auf Ausstellungen nicht mehr zu sehen sind, noch "persönlich kennt". Seine Hauptaufgabe besteht darin, dass er gesunde, wesensfeste Jungtiere unter Berücksichtigung der Gesunderhaltung der Elterntiere züchtet.

 

Katzen zu "Discountpreisen"

Katzen zu "Discountpreisen" werden meist von Vermehrern angepriesen, die mit möglichst wenig Aufwand, viel zu vielen Zuchtkatzen und ohne Kontrolle durch einen seriösen Verein den schnellen Euro machen wollen. Dass Katzen aus solchen "Zuchten" weder die charakterlichen noch die gesundheitlichen Qualitäten, von der Rassereinheit einmal ganz abgesehen, haben können, müsste auf der Hand liegen. Spätere Komplikationen im Zusammenleben und Folgekosten können nicht ausgeschlossen werden. Leider trifft man auch immer wieder auf "billige" Rassekatzen als Auslandsimporte, oft mit ungarischem Stammbaum, entweder gefälscht oder von einem unbekannten Verein, noch viel zu jung für die Abgabe und wenn überhaupt, dann unvollständig geimpft (mit "Vorimpfung"). Hinter solchen Angeboten verbergen sich immer unseriöse Geschäftemacher. Kein verantwortungsvoller Züchter würde seine Katzenkinder einem Händler übergeben, abgesehen davon, dass solche Geschäftspraktiken natürlich von jedem ordentlichen Zuchtverein verboten sind. Ein Katzenkind muss bei der Abgabe ein Mindestalter von 12 Wochen haben und für einen sicheren Impfschutz doppelt geimpft sein (erste Impfung im Alter von 8 Wochen, Auffrischung 3-4 Wochen später). Sollten Sie bei Ihrer Suche nach einem Katzenkind das Gefühl haben, an einen Händler oder Massenzüchter geraten zu sein, so empfehle ich Ihnen, gut zu überlegen, ob Sie diesen durch einen Kauf unterstützen wollen. Das Geld, das Sie dabei sparen, tragen Sie in den allermeisten Fällen zu Ihrem Tierarzt.

 

Welche Vorteile haben Rassekatzen gegenüber Hauskatzen?

Die soziale Prägung einer Katze beginnt am Tag ihrer Geburt. Positive wie negative Erlebnisse wirken sich ebenso auf ihr späteres Verhalten aus wie vererbte Eigenschaften. Für Hauskatzen typisch ist, dass sie dem Menschen gegenüber immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Gut aufgezogene Rassekätzchen machen meist weniger Schwierigkeiten als Hauskatzen, weil Rassekatzen durch selektive Zucht von ihren Wesensmerkmalen her berechenbarer sind und keine negativen Erfahrungen sammeln konnten. Von Geburt an erleben unsere Katzen die liebevolle Zuwendung durch Menschenhand. Sie werden gehegt und gehätschelt, erhalten ausreichend Spiel- uns Schmuseeinheiten, optimales Futter sowie eine gute medizinische Versorgung. Sie sind aber nicht nur an uns Menschen gewöhnt, sondern kennen auch die Strukturen einer Katzengemeinschaft. Will man ein gut geprägtes Kätzchen mit einer bereits vorhandenen Katze vergesellschaften, gibt es daher in der Regel keine Probleme. Unsere Katzenkinder haben nicht nur von ihrer oft sehr nachsichtigen Mama, sondern auch von den Tanten gelernt, wie man sich erwachsenen Katzen gegenüber zu benehmen hat. Selbstverständlich benützen unsere Kätzchen absolut zuverlässig die Katzentoilette, einem Bauernhofkätzchen müssen Sie das erst mühsam beibringen. Möchten oder können Sie Ihrer Katze den Freigang in den Garten nicht gestatten, so sollten Sie darauf achten, dass das Kätzchen dies in seinem vorherigen Heim nicht gewohnt war. Selbst intensive Zuwendung und interessantes Spiel im Haus sind für diese Katzen kein adäquater Ersatz. Die Vierbeiner werden ihr Zuhause als Gefängnis empfinden. Katzen, die noch nie eine Pfote vor die Tür gesetzt haben, fühlen sich in der Wohnung durchaus wohl und sind zudem vor den Gefahren, die außerhalb des eigenen Heimes auf sie lauern, geschützt. Unseren Zuchtkatzen wird der Freigang nicht gestattet, unsere Kätzchen zeigen auch keinerlei Drang nach draußen.